CX LOUNGE Transkript #25

Kreativität oder Daten? Beides! CX im Automotive Bereich

Kai Vonhölter & Jennifer Treiber-Ruckenbrod

Zusammenfassung der Folge

In dieser Episode der CX Lounge spreche ich mit Jennifer Treiber-Rubenbrot, CMO von BMW Deutschland, über die Schlüsselrolle der Marke in der Automobilindustrie. Wir beleuchten, wie Markenidentität und -emotionen die Kundenbindung prägen. Jennifer teilt ihre Erfahrungen und erklärt, wie sich das Kundenverhalten durch Personalisierung und Datennutzung verändert hat. Sie betont die Bedeutung emotionaler Verbindungen zur Marke in einer Zeit, in der technologische Innovationen allgegenwärtig sind. Das Gespräch umfasst auch die Herausforderungen des digitalen Wandels und die strategische Ausrichtung von BMW, sowie die Zukunft der Mobilität durch digitale Dienstleistungen. Jennifer erläutert, wie kreative Marketingansätze mit datengetriebenen Strategien kombiniert werden, um relevante und emotionale Erlebnisse zu schaffen. Abschließend reflektieren wir über die spannenden Herausforderungen, denen sich die Automobilindustrie gegenübersieht.

Sprecher:
Kai Vorhölter x Jennifer Treiber-Ruckenbrod

Kai Vorhölter:

[00:01:16:23 – 00:01:32:07] Ja, herzlich willkommen zu einer weiteren Show der CX Lounge. Heute sind wir zu Gast in München, und zwar bei BMW und ich bin im Gespräch mit Jennifer. Jennifer Treiber-Ruckenbrod. Jennifer ist CMO von BMW, Deutschland. Hi.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:01:32:09 – 00:01:35:07] Hi, Kai. Freut mich, dass wir heute sprechen und hier zu sein.

Kai Vorhölter:

[00:01:35:09 – 00:01:39:22] Absolut, toll. Magst du ein bisschen was über dich erzählen?

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:01:39:24 – 00:01:43:09] Was möchtest du denn wissen?

Kai Vorhölter:

[00:01:43:11 – 00:01:57:21] Ich weiß von dir, du bist ja wirklich ein BMW-Kind durch und durch, wenn ich das sagen darf. Du hast entsprechend schon wahnsinnig viel im Konzern gesehen. Ich glaube es war immer… hatte was mit Verkauf und Marke zu tun. Ist das richtig? 

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:01:57:23 – 00:02:38:16] Ich bin tatsächlich nach dem Studium, ich habe Betriebswirtschaft studiert mit Schwerpunkt Markt- und Kommunikationsforschung, eher ungewöhnlich mit viel Statistik und bin dann aber erst mal in einer Agentur gelandet. Ich habe auch neben dem Studium viel in Agenturen nebenberuflich gearbeitet, sozusagen, und war auch bei Ogilvy, habe bei den Argonauten angefangen zu arbeiten. Navigationsdesign, Hypertextsysteme. Mich hat trotzdem dieser Marktforschungsstudiengang, eigentlich diese ganze Onlinewelt total interessiert und nach einer kurzen Zeit bei der Agentur war ich auch in einem BMW Team und habe dann sozusagen die Seiten gewechselt, als die Stelle gesucht wurde.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:02:38:16 – 00:03:00:03] Das war eigentlich genau das Pendant E-Commerce für Lifestyleprodukte für alle Marken bei BMW. Und bin dann sozusagen relativ am Anfang zu BMW schon gewechselt. Und wie du sagst, ich bin seit 21 Jahren bei BMW, ist es wirklich eine sehr lange Zeit. Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange in einer Firma bleibe. Ich dachte immer, ich wechsle alle drei Jahre eine Agentur zur nächsten Agentur.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:03:00:03 – 00:03:27:03] Das war so meine Vorstellung. Kam dann ganz anderes. Hat aber natürlich genug Gründe. Und zwar, weil ich ganz viele Stationen bei BMW machen konnte, die man wahrscheinlich draußen gar nicht so gemacht hätte. Sonst hättest du eine Schiene oder einen Bereich in verschiedenen Unternehmen gemacht und vertieft. Und erst gestartet, 2001, 2002, im Bereich E-Commerce und Onlinemarketing.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:03:27:03 – 00:03:49:24] Und das war schon sehr spannend, weil damals kämpfte ich für 10 % Online-Budget und alle haben gesagt „10 %, bist du verrückt? So viel?“. Wir wissen ja heute, wie der Shift aussieht zwischen on- und offline und wie stark online auch geworden ist. Und danach habe ich nach drei Jahren auch die Kommunikation für Mini und Golf übernommen. Gesamthaft aber auch Lifestyle.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:03:50:01 – 00:04:19:05] Bin dann in die Markt- und Kommunikationsforschung gewechselt, Customer Insights, Trendforschung, auch global für alle unsere Marken, was superspannend ist, weil wenn du Kunden erlebst, auch hinter der Scheibe oder auch im Gespräch. Ich bin mit denen weltweit von zu Haus zu ihrer Arbeitsstätte gefahren. Ethnographische Interviews. Sie befragt, laut denken und du erlebst einen Rolls Royce-Fahrer versus einen Motorradfahrer versus einen BMW- und versus einen Mini-Fahrer, die komplett unterschiedlich sind. Das prägt einen sehr und es gibt einem in Learnings von Insides so viel, wo ich heute noch profitiere davon.

Kai Vorhölter:

[00:04:26:06 – 00:04:39:22] Kann ich mir total vorstellen. Also gerade, wenn es jetzt darum geht, Experiences für deine Kunden zu gestalten, dieses Wissen und das auch noch mal gerade etwas breiter. Klar, du hast jetzt eine deutsche Rolle, aber allein auch schon wieder den internationalen Kontext dazu zu kennen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:04:39:24 – 00:05:00:11] Absolut. Und ich sage immer ich bin Kundenkind und ich bin auch so der typischer Kunde. Ich war noch gar nie, das darf man vielleicht gar nicht sagen, immer so tief in unseren Autos drin wie die Ingenieure und die Entwickler, sondern ich wollte immer, dass es funktioniert, dass es schön ist, dass es mich unterstützt. Also eigentlich wie der normale Kunde und war da immer so ein Korrektiv im Unternehmen, wenn ich bei den Ingenieuren präsentiert habe, was den Kunden nicht so gefällt. Die fanden das zwar immer schmerzhaft, aber ich habe immer versucht, das ganz gut zu übersetzen. Weil ich gesagt habe, für wen machen wir das? Am Schluss ist der Kunde König und sollte im Mittelpunkt stehen. Und das Thema Customer Centricity, was ja heute auch bestand und in aller Munde ist, war damals noch gar nicht so in aller Munde.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:05:20:19 – 00:05:44:19] Ich hatte auch immer kämpft dafür, gesagt, aber alles was wir tun, muss doch zum Kunden passen. Also wenn nicht für den, für wen dann? Und von daher freut es mich, dass man das Thema jetzt auch wirklich ganz ernst nimmt und so stark spielt. Gleichermaßen habe ich das Thema Trendforschung stark gemacht, auch weltweit. Es war ein super Projekt, das ganze Thema BMW-E aufzusetzen von der Marktforschungsseite.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:05:44:19 – 00:06:10:21] Man hat mir damals Greenfield gegeben, gesagt fang mal, wirklich an ohne, wie ist das nächste Auto, mal ganz Greenfield… und ich habe eine sehr, sehr große Studie 2008 gemacht. Weltweit zwar die größte, die bei BMW durchgeführt wurde, wo es darum ging, wie sind eigentlich Trends überhaupt allgemein in Städten, im Arbeitsleben, in der Mobilität, wie wohnt man, um dann Abstrahleffekte machen zu können auf Automobilindustrie.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:06:10:23 – 00:06:32:20] Weil wenn du anfängst, deine Wohnung zu sharen, was vor 20 Jahren nicht denkbar war, dann bist du auch bereit, ein Auto zu sharen. Und das hast du schon auch, das Thema Nachhaltigkeit kannst du so die ersten Pflänzchen sehen, in LA zum Beispiel oder auch in London. Dann gab es Handys mit Maisplastik oder Jeans, die nachhaltig produziert waren. Es war alles sehr, sehr früh, wo das bei uns noch gar kein Thema war.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:06:32:22 – 00:06:58:08] Und da haben wir damals wirklich Szenarien entwickelt in Richtung Zukunft der Mobilität hin, haben mit Experten aus ganz unterschiedlichen Branchen weltweit gesprochen, aber auch mit Kunden gesprochen, was deren Bedürfnisse sind, mit ganz normalen Bedürfnisse Mobilität, weil die Bedürfnisse ändern sich nicht so stark, sondern was sich ändert, ist die Technologie, um die Bedürfnisse befriedigen zu können. Das war für mich ganz eindrucksvoll, weil ich heute noch von dieser Zeit zehre. Sehr stark, und das war sozusagen die Marktforschungszeit.

Kai Vorhölter:

[00:07:01:18 – 00:07:07:14] Gibt es was Überraschendes, was damals schon aus Kundensicht dort rauskam?

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:07:07:16 – 00:07:31:11] Das Thema Corona war ein Thema, das konntest du ja nicht sozusagen vorhersehen. Davor war es schon, dass du gemerkt hast, es gibt bestimmte Kunden, die sagen, ich möchte gar kein Auto mehr besitzen, was zu unserer Zeit, wir wollten ja alle mit 18 Führerschein, Auto besitzen. Freiheit ultimativ, um vom Dorf auch wegzukommen. Und was dann eine Zeit lang eher so war, dass man ja immer möchte Mobilität.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:07:31:11 – 00:08:08:21] Aber nicht jeder Kunde möchte ein Auto besitzen, sondern möchte sich von A nach B bewegen, muss convenient und Corona wiederum aber zurück das ganze gespult hat, weil man gesagt hat, okay, ich will doch meine Sicherheitskapsel und ich will doch sozusagen selbstbestimmt sein. Also das war ganz interessant. Und da siehst du auch, dass so Szenarien und so Planungen heutzutage nicht mehr gehen auf fünf, zehn Jahre, sondern muss eigentlich dann immer wieder justieren, was wir auch tun, also eigentlich jährlich und dann kann ich einen Bereich aufbauen, Frühphase, Marktforschung und genau das gespielt hat, weil ich immer an diese Trends und Zukunftsthemen geglaubt habe.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:08:08:23 – 00:08:35:15] Ganz danach kam das Thema Markenportfoliostrategie. Es war ein Thema, das gab es bei uns im Konzern nicht so, aber ich habe sehr viele Strömungen erlebt aus Kunden, aber auch von Marken, wo meine Hypothese war, dass wir eigentlich schauen müssen, welche Rolle jede Marke im Konzern hat und auch die Group und das in Abgleich mit 2030, 2040 und weiterer. Und was ist dann die Rolle jeder Marke?

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:08:35:17 – 00:09:09:01] Also hat es schon eine Diskussion immer Marke BMW, wo geht die Zukunft hin? Oder Mini zum Beispiel. Ich habe gesagt, wir brauchen die Diskussion nicht führen, wenn jede Marke ganz klare Rollen hat im Konzern und sie auch in Zukunft hat, wenn der und der Trend kommt, welche Marke bedient, welche Trends und welche Zielgruppe spricht welche Marke an, dass du für die Group maximal, sozusagen, Volumen machen kannst, weil du verschiedene Zielgruppen ansprichst und auch unterschiedlich bist, dass wir uns nicht überlagern, dass wir nicht die gleichen Kunden ansprechen, weil dann brauchst du nicht verschiedene Marken.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:09:09:03 – 00:09:34:02] Und das war superspannend, das zu entwickeln. Also das Projekt war dann 2030-Szenarien für jede Marke, die wir mit jedem Markenchef, den wir hatten oder Chefin dann auch im Vorstand damals vorgestellt haben. Ja, und dann kam noch mal ein Exkurs. Da war ich zwei Jahre global verantwortlich für Mini und Motorrad Pressekommunikation. Auch unheimlich viel gelernt nach einer langen Strategiephase sozusagen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:09:34:04 – 00:10:00:22] Mal noch mal ganz anders. Wie bringen wir eigentlich die Botschaft, wo wir 2030 hinwollen, auch draußen, über Presse, über die Journalisten so an den Mann, an die Frau, Kundinnen, Kunden, um zu zeigen damit wollen wir uns positionieren. Und jetzt mündete es jetzt seit mehr als einem Jahr oder fast anderthalb Jahre in dem Job der Marketingleitung BMW, Deutschland. Und hier kommt eigentlich alles zusammen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:10:00:24 – 00:10:20:24] Und das macht mir so Spaß, weil ich habe jetzt sowohl Strategie, ich habe Marktforschung, ich habe sämtliche Events bei uns, wir machen über 90 Events im Jahr. Das Thema Markenkommunikation online, aber auch soziale Projekte haben wir, was groß ist, aber auch die Handelskommunikation und ich lernen ganz viel über Vertrieb von meinen Kollegen.

Kai Vorhölter:

[00:10:20:24 – 00:10:28:02] Und Agentursteuerung ist auch dabei und dann hilft es wahrscheinlich… was mich sehr gefreut hat zu hören, dass das auch deine Wiege war oder dein Start ins Berufsleben.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:10:28:02 – 00:10:37:19] Kann ich auch jedem nur empfehlen. Jedem Praktikant sage ich, guck dir beide Seiten an, egal wo du später hin willst, weil man versteht sich besser, weil auch was möglich ist. Und man spricht auch besser die Sprache.

Kai Vorhölter:

[00:10:37:21 – 00:11:01:09] Ja super. Bevor wir richtig in die Customer Centricity, wie du so schön gesagt hast, von BMW einsteigen… Ich frage immer gern meine Gäste so nach einem persönlichen CX-Moment. Vielleicht bewusst mal außerhalb der Automobilindustrie. Fällt dir irgendwas ein in letzter Zeit, wo du sagst, das waren gute Erfahrung in der Marke, oder?

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:11:01:11 – 00:11:36:18] Ja, da war ich im Prinzip shoppen, Klamotten shoppen und hatte für ein bestimmtes Kontingent oder auch mehrere Produkte gekauft. Und das fand der Verkäufer ganz gut. Damit war ich ganz attraktiv für ihn und ohne dass ich fragen musste, ob ich jetzt einen Rabatt bekomme oder irgendwas, was ich schon in der Vergangenheit immer getan habe. Wenn man gesagt hat, okay, bei der Grenze kriegt man was dazu, aber es war dann auch eine Luxusmarke, hieß es dann ja, wissen Sie was, jetzt gehen Sie mal hier drei Türen weiter, da wartet man schon auf sie.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:11:36:20 – 00:11:58:12] Und dann trinken Sie ein Gläschen Champagner mit Ihrem Mann. Und das fand ich wirklich beeindruckend. Das haben wir dann gemacht. Ich wurde begrüßt, direkt an der Tür. Auch mit Namen, sind wir in so ein Café gegangen quasi.  Da gab es so kleine Häppchen, Canapés und einen Champagnerglas dazu. Und das fand ich in Richtung Luxuserlebnis, dachte ich das so eine Kleinigkeit eigentlich.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:11:58:12 – 00:12:17:06] Es kostet auch nicht viel, aber das gab mir ein Gefühl, nicht nur eine Nummer zu sein, sondern wirklich dieses Thema Luxus nochmal neben dem Produkt, was ich gekauft habe, aber die Experience, das Erlebnis. Und das ist anderthalb Jahre her und ich habe das ganz vielen schon erzählt, weil es so ein bleibender Moment war für mich.

Kai Vorhölter:

[00:12:17:08 – 00:12:25:15] Na ja, es ist ja vor allen Dingen so schön, weil es an die Handlung noch geknüpft ist. Man kann es teilweise in edlen Boutiquen, ich sage mal, wo man dann gleich schon…

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:12:25:17 – 00:12:26:13] Glas in die Hand gedrückt.

Kai Vorhölter:

[00:12:26:13 – 00:12:29:17] … ein Glas in die Hand gedrückt bekommt. Das kriegt ja quasi jeder in Anführungsstrichen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:12:29:19 – 00:12:41:16] Das stimmt. Aber das war so ein Moment, auch dann in diesen Raum, in das Café zu bekommen und also das war wirklich nochmal so besonders, die Atmosphäre war besonders und es war so bisschen mystisch und es war ja besonders.

Kai Vorhölter:

[00:12:41:18 – 00:13:01:23] Und ist ja sicherlich auch eine Richtung, wo sich generell… da kommen wir ja schon ein bisschen in eure Welt dann, wie sich das Thema Autohandel ja auch verändert, weil man ja immer mehr jetzt diese Popup-Stores, oder wie auch immer man sie nennt, also so Lounges wo ich sage, eigentlich ist es eine Begegnungsstätte mit der Marke, also auch kein Autohaus mehr.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:13:01:23 – 00:13:34:07] Genau, wie du sagst, der ganze Retail wird sich wandeln und auch deswegen fand ich dieses Bild und dieses Erlebnis so eindrucksvoll, weil ich das natürlich auch bei uns intern schon mehrfach erzählt habe. Da wir müssen von diesem Autohaus, ich gehe hin, ich sehe verschiedene Autos, die nebeneinander stehen, dahin, dass wir eine Erlebniswelten schaffen und wo sie dann das Auto bestellen, online oder nur hier anschauen oder ein bestimmtes Entertainment haben oder ein Erlebnis oder auch mit Agumented Reality in Kombination zum Beispiel, dass du dann viel mehr noch siehst oder erlebst. Ich habe da wird ganz ganz viel passieren in Zukunft.

Kai Vorhölter:

[00:13:43:03 – 00:14:01:04] Sehr schön. Du hast, um vielleicht noch mal ein bisschen, weil du sagst, du bist ja ein BMW Kind durch und durch und du hast ja den Brand Excellence Circle gegründet. Magst du da noch mal kurz darauf eingehen, was der Purpose ist und was dich da antreibt.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:14:01:08 – 00:14:27:11] Wir haben sogar zwei Excellence Circles und Clubs. Das ganz interessant. Also den Brand Excellence Circle habe ich vor mittlerweile zwölf Jahren, glaube ich, zehn Jahren, mit der Uni St. Gallen zusammen mit dem Professor Tomczak damals gegründet. Und die Idee war, wie können wir uns weiterentwickeln und wie können wir lernen im Marketing oder in der Werbung oder im ganzen marketingübergreifend und.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:14:27:13 – 00:14:56:23] Und dahingehend haben wir überlegt, man lernt von anderen. Und was wir dann gemacht haben, ist, dass wir gesagt haben, von jeder Industrie, nicht mehr, sondern nur einen, nehmen wir in unseren Circle auf. Wir haben ganz tolle Brands, mittlerweile über 30 da drin, von Telekom, Rimowa, TUI, Zalando, Telefonica, Hermes… Wir mit unseren Marken sind natürlich drin, LinkedIn, also wirklich auch unterschiedlich von Dienstleistungsbrand… Banken sind auch mit drin und da tauschen wir uns ein, zweimal im Jahr aus, suchen uns ein Thema, was gerade auch Trend ist, fragen auch die Mitglieder ab. Und was auch im Prinzip so ein Game Changer für diesen Circle war, weil am Anfang mal so ein bisschen holprig war, dass wir gesagt haben, wir machen das reihum. Und dadurch war ich schon bei Red Bulls in der Zentrale, ich war bei Telekom schon, ich war bei den verschiedenen Marken, LinkedIn, und du lernst von jeder Marke schon alleine, dass du sie erlebst, dass du dort bist, dass du siehst, wie sind die Menschen?

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:15:27:20 – 00:15:51:15] Wie ist der Markenraum? Haben die bestimmte Schauräume, zeigen die eine Historie? Also man lernt total untereinander. Und weil es immer nur einer der Industrie ist, kein Wettbewerber dabei. Und so sind wir ganz, ganz offen und ehrlich auch untereinander. Und ich habe auch schon, als ich auf die Stelle bei Kommunikation kam, und ich wollte Minikommunikation komplett neu aufsetzen, habe ich mir mein Konzept überlegt und habe einfach eine Runde geschrieben, wer hat Lust mit mir das zu challengen und hatte dann fünf, sechs aus dem Circle aus ganz unterschiedlichen Branchen. Es war ein super Austausch, wo man gesagt haben hier zwei Stunden und was nimmt der mit was findet ihr gut, habt ihr noch Ideen aus euren Bereichen? Und das ist sozusagen der Excellence Circle Brand. Und wir haben einen BMW Excellence Club auch für unsere 7er und 8er Kunden bei uns, für die wir 70 Events im Jahr machen, auf Top Luxus, wo es auch um Experience geht. Was ich dir vorhin erzählt habe, weil es geht um viel, viel mehr Loyalisierung als um das reine Produkt.

Kai Vorhölter:

[00:16:26:12 – 00:16:56:00] Ist sehr schön. Ich mag die Idee auch dieses Austauschs über verschiedene Branchen. Das ist ja auch von der CX Lounge eine Idee, dass gesagt haben wir haben das Ziel, bewusst einen breiten Branchenquerschnitt quasi zu durchlaufen. Einmal, weil es glaube ich, dass viel zu lernen gibt von anderen Branchen. Und ich glaube, gerade in der in der heutigen Zeit, wo es ja viel mehr um eine Nutzung eines Produktes geht und damit ehemalige Branchengrenzen ja schon auch verschwimmen heutzutage. Ihr tut ja genauso, auch ich sage mal Finanzdienstleistungen vermarkten eine Versicherung denkt über Mobilitätskonzepte nach und da hilft natürlich auch sehr wahrscheinlich da in dieser Situation, man ist nicht direkter Wettbewerber, aber trotzdem von dem benachbarten Feld jetzt plötzlich auch zu lernen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:17:13:19 – 00:17:45:11] Absolut oder auch Synerien. Ich bin durch diese Position als CMO, mittlerweile habe ich ein sehr gutes Netzwerk zu anderen CMOs durch Veranstaltung, durch eine Jury, durch im Club, wo ich Mitglied bin und das ist echt toll, weil wir fangen gerade an immer mehr zu sagen, hey, lasst uns doch zusammen was machen. Und ich wurde auch letztens von einer Kollegin angesprochen und mit einer tollen Idee zum Weltfrauentag, die wir wahrscheinlich umsetzen werden, wo wir auch sagen, lasst uns doch verschieden Marken zusammennehmen und unsere Expertise und unsere Power und unsere Kontakte zusammen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:17:45:13 – 00:18:02:16] Und am Schluss zahlt jeder ein Drittel, ein Viertel, ein Fünftel, wie viel Partner wir sind, haben noch mal viel mehr Kontakte, bringen viel mehr die Zielgruppe zusammen, können unsere Pressekontakte nutzen und du kriegst eigentlich zusammen viel mehr Power auf die Straße und auch eine Signalwirkung für das ganze Thema. Und da bin ich ein totaler Freund davon.

Kai Vorhölter:

[00:18:02:18 – 00:18:23:13] Also ich bin persönlich auch ein großer Fan von Kooperationsmarketing und ich glaube, es wird oft unterschätzt und gar nicht in der Form, sag ich mal so umgesetzt, weil du hast dann immer so eine natürliche Selektion. Ja, weil wir wissen es ja alle Hundebesitzer kennen viele andere Hundebesitzer und wenn die Marken passen, das muss natürlich, das ursprüngliche Setup muss passen. Dann hast du natürlich zwar Überschneidungen, aber natürlich auch ganz viele neue Kunden, die du gewinnen kannst, die aber sehr wahrscheinlich deiner Marke nahestehen werden.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:18:32:22 – 00:18:59:13] Ich habe damit letztes Jahr eigentlich auch begonnen, weil ich gesagt habe, gerade im Luxusbereich, wenn du Kunden hast in einem Top Luxus Bereich, das schon nicht so einfach an die ranzukommen. Das ist eine Klientel, die gibt auch ungern ihre Adressen immer ab, damit man sie anschreiben kann. Also es ist nicht einfach und dann aber gesagt der Kunde, was nutzt er dann noch? Der braucht irgendwie eine Geldanlage, der braucht ein Auto, der braucht vielleicht auch eine Küche, eine teure, der reist vielleicht. 

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:18:59:13 – 00:19:23:16] Und die verschiedenen Bedürfnisse, also da können wir doch Player aus den verschiedenen Bereichen nehmen. Und er bringt seine Kunden mit und wir unsere. Und wie gesagt, wir sind keine Konkurrenz, sondern er braucht ein Auto und vielleicht das andere Produkt parallel. Und damit können wir diese Crowd, aus der wir sourcen können einfacher, weil wir ihm ein schönes Event hinstellen, was ihn auch interessiert mit verschiedenen Produkten, die ihn interessieren und ist eigentlich für alle Parteien eine Win-Win-Situation und sowas liebe ich weil es ist für den Kunden eine Win-Win-Situation, aber auch für uns Partner.

Kai Vorhölter:

[00:19:31:14 – 00:19:52:19] Jetzt haben wir schon viel über Marke gesprochen und wir werden ja gleich auch noch stärker über das Thema Nutzung sprechen, was ich ja glaube ich schon auch stark wandelt. Die Art und Weise, wie ich ein Auto nutze. Du hast ja auch schon ein bisschen einen Einblick gegeben, aber generell, so das Thema Marke, kann man schon sagen, dass das noch einen sehr hohen Stellenwert hat, oder? In der Automobilindustrie.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:19:52:21 – 00:20:16:06] Absolut, also ich glaube tatsächlich, das Thema Marke wird auch nach wie vor sehr wichtig bleiben, weil wenn man schaut, die Autos oder auch andere Produkte, ich glaube das nicht nur bei uns in der Industrie, die sind technologisch alle auf einem Topniveau im Premiumbereich. Das sind Nuancen, die sich unterscheiden. Und was sich unterscheidet, ist tatsächlich dann die Marke, für die es steht.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:20:16:08 – 00:20:36:08] Will ich eher dazu gehören und vermittelt die Marke mehr etwas auf der einen Seite, wo ich mich identifizieren kann versus eine andere Marke und natürlich auch das Angebot von Personalisierung. Wie geht sie auf mich ein? Welchen Mehrwert schafft sie für mich? Wie macht sie mir das Leben einfacher? Da glaube ich ganz stark dran, weil wir alle so überladen sind.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:20:36:08 – 00:20:56:18] Wir arbeiten rund um die Uhr, wir haben kaum noch Zeit und wir sind so ja überfüllt, dass du froh bist, wenn du Marken hast, die dich unterstützen in deinem täglichen Leben oder die irgendwie Hilfestellung geben, die dir Dinge schneller machen, einfacher und die aber trotzdem auch Emotion geben. Auf der anderen Seite, die zu dem passt, was du suchst.

Kai Vorhölter:

[00:20:56:20 – 00:21:06:10] Da muss ich jetzt mal einhaken. Hast du da ein, zwei Beispiele für uns? Was ihr da gerade tut für das Thema Personalisierung und darüber Emotion schaffen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:21:06:12 – 00:21:28:21] Was wir haben, wir sammeln ganz, ganz viele Daten von Kunden, weil Data is Key und ist schon seit vielen Jahren wichtig. Ehrlich gesagt, wir haben schon ganz viele Datenbanken in den zwei Jahren, 20 Jahren, in denen ich dabei bin, erlebt. Und die haben sich aufgebaut und es wird mit KI noch viel, viel besser werden und man kann viel mehr predictive in die Zukunft auch zukünftig machen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:21:28:21 – 00:21:49:15] Da freue ich mich auch drauf, weil ich so ein Datenkind bin. Auch aus meiner Marktforschungshistorie. Und am Schluss guckst du natürlich, was weißt du über den Kunden? Wo kannst du ihn abholen? In welchem Kanal gerade? Ist es off- oder online, um ihn dann genau zu bedienen, um schon zu wissen, was braucht er, um ungefähr, damit er nicht 20 Klicks hat bis zu seinem Angebot, sondern ganz, ganz wenige.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:21:49:15 – 00:22:11:04] Oder du schickst ihm proaktiv schon ein Angebot und sagst, weißt vielleicht, er hat Kinder oder einen Hund oder fährt gern Ski. Da gibt es einen Bundle direkt mit einer Dachbox zum Skifahren mit und sagst, hier ist vielleicht was dabei. Oder du machst eine Kooperation mit einem Partner und bietest ihm noch ein Skiurlaub mit dazu. Also immer zu wissen, so viel wie möglich.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:22:11:04 – 00:22:35:19] Was interessiert ihn, was sind seine Vorlieben? Wie kann ich ihm begegnen und ihm vielleicht das Leben leichter machen und auf seine Bedürfnisse einzugehen, das ist Key. Was wir auch haben, ist die MyBMW-App für unsere Kunden. Weil du hast nicht nur noch ein Auto, sondern du hast ein ganzes Ecosystem und du versuchst ihn zu begleiten und das Smartphone, aber auch das Auto ist Key, ist die Schnittstelle, wenn du mit dem Auto sprichst auf der einen Seite. Also ich mache mittlerweile ganz viel über Sprache, weil ich manchmal denke, ich weiß gar nicht, wo ich die Funktion finde im Auto tief drin, weil wir so viele Innovationen haben und Technologien. Aber durch die Sprache: Wenn ich dann sage, Ambientelicht an oder nicht nur Navigation, sondern verschiedenste Themen Sitzheizung, Massagesitze. Da funktioniert mittlerweile wirklich alles extrem gut.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:22:58:18 – 00:23:27:21] Das war vor ein paar Jahren noch anders und das finde ich immer toll, weil dann sage ich das und ich denke mal oder kannst auch schon voreinstellen. Wenn ich mich reinsetze, ist schon der Sitz beheizt, vollklimatisiert. Das kannst du auch über die MyBMW-App machen bei den Elektrofahrzeugen und da kommst du morgens rein. Das Auto ist schon warm, dein Licht kannst du dir personalisieren, der Sitz ist richtig eingestellt und je mehr das in Zukunft funktioniert, bis hin zu deiner Musik, zu deinem Duft, umso mehr fühlst du dich wohl.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:23:28:02 – 00:23:45:16] Und das ist dann nicht nur ein Auto, sondern es ist wie dein Begleiter oder dein Partner. Der dich immer besser kennt oder dir vielleicht auch jetzt mal in die Zukunft gedacht, weil ich komme ja aus der Trendforschung. Du fährst von A nach B durch die Stadt und ein Auto sagt dir dein Lieblingsitaliener um die Ecke hat heute Abend ein Tisch frei.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:23:45:21 – 00:24:06:03] Hast du nicht Lust, ich sehe in deinem Kalender, da ist irgendwie Zeit, oder deine Frau hat Geburtstag heute Abend. Oder ist Valentinstag oder ein Jahrestag? Wär das nicht eine Idee? Ich reserviere dir schon mal einen Tisch und dann funktioniert das schon. Und ich glaube, in diese Richtung wird das sehr stark gehen. Dass es dein Begleiter ist und dass wir so bestmöglich auf den Kunden eingehen. Und je mehr wir wissen, umso besser geht das natürlich.

Kai Vorhölter:

[00:24:08:16 – 00:24:14:16] Ich glaube, wenn. Wenn ich als Kunde diese Erfahrungen mache, dann werde ich auch bereit sein, viel mehr noch meine Daten zu teilen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:24:14:18 – 00:24:40:00] Da bin ich überzeugt. Ich glaube, es ist auch eine Sache, welche Generation wir gerade haben. Es gibt noch die Generation, die vorsichtig ist mit dem Teilen der Daten. Und es gibt die junge Generation, die ja so aufgewachsen, ich sage immer der Digitalisierung mit der Muttermilch eingesaugt, wie auch meine Tochter und die machen sich gar keinen Kopf, was mit ihren Daten passiert, weil die wollen ja bestmöglich die ganze Zeit interagieren und damit geht das nur mit Daten.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:24:40:04 – 00:25:09:08] Und da werden wir hinkommen, obwohl Deutschland von dem Thema Datensicherheit ist einem nicht leicht macht, auch um an die Daten heranzukommen. Also gibt es viele Märkte, wo es viel einfacher ist und was bei uns sicherlich noch dazu kommt, dadurch, dass wir immer noch ein Handelsnetzwerk haben. Wir gehen ja in das Thema Agenturmodell, wird es für uns mit den Daten einfacher, weil die Daten gehören ja dem Handel momentan und zukünftig ist das eine Datenbasis, was es für den Kunden viel einfacher macht.

Kai Vorhölter:

[00:25:09:10 – 00:25:25:01] Also das ist die Erfahrung, machen wir ja auch in der Arbeit mit anderen Automobilmarken, dass du gerade diese Seamless Journey die man ja eigentlich will, war ja in der Vergangenheit gar nicht möglich, hast irgendwie Lead Generierung gehabt noch auf der Herstellermarkenseite, dann hast du übergeben und dann…

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:25:25:03 – 00:25:25:18] Genau. Exakt. Und dann bricht es ab. Und dann kannst du nicht diese Durchgängigkeit spielen. Deswegen wird das zukünftig… Wir sagen immer, das ist nicht ein Nachteil, dass wir sozusagen hier seamless haben, sondern totalen Vorteil für den Kunden, weil egal wo er ist online, offline. Wir haben ihn sozusagen, begleiten ihn immer wieder und für ihn, er kann entscheiden, geht er ins Autohaus, guckt er sich das Auto woanders an? Wer stellt das online auf der Couch oder bestellt das vielleicht auch virtuell und stellt es sich da zusammen? Man hat seine Brille und sucht sich das alles genau aus. Oder es sucht sich aus, in welcher Umgebung das Fahrzeug vielleicht auch wie ausschaut, wenn er dann vielleicht eher in der Wüste ist oder in den Bergen ist. Also ich glaube, da ist ganz ganz vieles zukünftig möglich, wo wir noch am Anfang sind, aber das wird super spannend werden.

Kai Vorhölter:

[00:26:14:05 – 00:26:34:01] Du hast gerade eben so schön gesagt, dass ich sage mal, es gibt zwei Anwendungsfelder oder mehr, aber zwei große, die ich jetzt herausgehört habe. Einmal meine eigene Nutzerexperience, zum Beispiel im Auto, dass sich das Auto gewisse Präferenzen merkt, wo ich lange fahre etc. Und das andere war, dass du vorher benannt hast. Das Thema Targeting, also dein Beispiel, okay, ich weiß aus welchem Kontext in Umfelder kommen und Skifahren. Dann sprecht ihr den so an. Da würde mich mal interessieren, gerade in deiner Funktion jetzt als CMO, da ist ja die Gratwanderung trotzdem extrem schwierig, weil nicht schlimmer ist ja, wenn ich falsch personalisiere, gibt es da Ideen, wie ihr damit umgeht?

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:26:54:03 – 00:27:14:10] Oh gute Frage tatsächlich. Also, wenn wir die Daten haben, dann gehen wir gezielt auf ihn ein und wenn wir sie nicht haben, können wir es nicht machen. Tatsächlich nur, wenn wir wissen, dass er das selbst angegeben hat, dass wir das von ihm wissen, dann spielen wir das entsprechend aus. Und von daher finde ich das gar nicht jetzt den Punkt schwierig.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:27:14:10 – 00:27:38:04] Also habe ich jetzt gar nicht die Erfahrung gemacht, dass wir da jetzt so vorsichtig sind, sondern tatsächlich… Fakt ist eher haben wir diese Daten von ihm und da sind wir noch im Aufbau, immer besser zu werden. Ich sage immer bis zu den Geburtstagen der Kinder, was die interessiert usw., aber umso besser. Oder sein Lieblingsitaliener. Und je mehr wir wissen, umso besser können wir sozusagen das Ecosystem darauf einstellen.

Kai Vorhölter:

[00:27:38:09 – 00:27:59:13] Also ich kenn es jetzt, deswegen spreche ich es an, aus Projekten mit unseren Kunden, gerade wenn es um das Thema Stitching betrifft, aus sage ich mal Aktivitätsdaten, teilweise dann noch anonymisiert, die ich dann aber in einem sofern in mein Opt es mir erlaubt, mit personifizierten Daten zusammenbringen und also eigentlich die berühmten Sachen keine Ahnung, teilt man sich doch den Desktop oder den Computer, den Laptop und da saß jemand ganz anders dran. Solche Sachen können dann passieren. Dann mache ich plötzlich aus dem Mann eine Frau oder vice versa und dann kann das natürlich…

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:28:14:23 – 00:28:34:12] Da hast du recht. Und es ist natürlich auch so, das merken wir auch oft. Da gibt jemand seine Adresse aus, das ist aber eine Company und es ist nicht die Person, das hast du auch immer wieder. Gerade in unserem Luxusbereich haben wir das und das macht es dann auch schwierig, weil du eigentlich die Person brauchst, die der Fahrer auch tatsächlich ist und dann können wir die nicht entsprechend so ansprechen. Dann kannst du wieder nur auf einer übergeordneten Ebene sein, was es deutlich schwächer macht.

Kai Vorhölter:

[00:28:38:20 – 00:28:49:05] Wie du ja sagst, der große Vorteil ist ja, dass jeder sich seine ID jetzt einrichtet über die App und damit ist er in eurem Ökosystem. Dann könnt ihr ihn ja weiter profilieren oder sie.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:28:49:08 – 00:28:49:22] Exakt.

Kai Vorhölter:

[00:28:49:24 – 00:29:04:06] Gibt ja auch, wir haben jetzt schon drüber gesprochen, ein wunderschönes Zitat von dir habe ich mir mal rausgeschrieben: „Die Superpower im Marketing ist Kreativität in Kombination mit einem Gefühl für Daten.“ Gibt es da Thema Gefühl noch etwas aus deiner Historie, was das genau bedeutet?

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:29:11:03 – 00:29:48:17] Also das Gefühl für Daten ist, das ich glaube in Zukunft die Marketeers von morgen, brauchen ein Gefühl für Daten. Das war früher nicht unbedingt der Fall. Es kam sehr aus der Kreationsecke. Ist der Spot gut genug, um einen Award zu gewinnen? Auch aus dem Bauchgefühl heraus, ob der gut ist oder nicht. Also als ich so in die Branche reinkam, war ich ein sehr starker Exot durch Marktforschungsbackground, weil das waren zwei ganz unterschiedliche Schlag Menschen, muss ich erst sagen, wenn ich auf einer Marktforschungskonferenz war, waren die eher alle so ein bisschen grauer und sehr analytisch und die Marketingleute, deswegen mich auch in den Onlinebereich, die waren flippig, die waren verrückt.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:29:48:19 – 00:30:10:03] Die waren bunt, die waren schillernd und jetzt kommen die zwei Bereiche aber zusammen. Und in Zukunft kann es auch nur noch so funktionieren. Und ich glaube, aus unterschiedlichen Gründen. Erstens effizient. Wir müssen gucken und effektiv das Geld, was wir haben. Und es wird nicht mehr auch im Marketing nicht, ganz gezielt einzusetzen und auf das, dass der Kunde ganz gezielt angesprochen wird.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:30:10:05 – 00:30:41:14] Alles wegen zwischen Gefühl sage ich mal und Kreativität, auf der einen Seite Kreativität brauchst du, damit du überhaupt relevant bist. Ich glaube, du kannst… die Produkte werden austauschbarer, die sind ähnlich, also ist es das Gefühl, das du hast oder erzeugen musst bei dem Gegenüber, bei deinem Kunden. Da sagt er, da ist irgendwas, das catched mich. Und das ist nicht nur das Produkt, sondern für mich steht die Marke immer drüber und das Produkt ist ein ganz, ganz wichtiger Touchpoint, der stärkste auch mit Abstand.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:30:41:15 – 00:31:17:14] Weil erst dann erlebe ich die Marke. Aber das muss natürlich passen zusammen. Und wir haben den Markenkern Freude. Was mit einer der stärksten Markenkerne ist. Auch haben wir auch untersucht, auch im Wettbewerbsumfeld. Und genau Freude ist eine Emotion, die ja jeder spüren und erleben will. Und immer wenn ich an Freude denke und Mobilität, denke ich so an früher, so ganz früher, wo man an alte Filme denkt oder an Frauen im Cabrio, die hatten dann irgendwie noch so ein Tuch und sind auf freien Autobahnen, weil da war Parkplatzproblem gab es nicht, Stau gab es nicht und hatten einfach mit windigen Haaren offen gefahren.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:31:17:18 – 00:31:55:14] Und das war für mich der Inbegriff von Freiheit, Mobilität. Die Selbstkontrolle, dieses Erleben, dieses Spüren und das ist Freude von mir, sag ich mal früher. Und was wir schaffen müssen, diese Freude in die Zukunft zu tragen und die Freude auch wenn du im Stau stehst oder wenn du gerade nicht fahren kannst, wie auf dem beschriebenen Bild. Aber diese Emotion und wenn du es schaffst, sei es bei unseren Events, die wir anbieten, in einer Kampagne, das rüberzubringen und auch einer Kundenkontakt, weil natürlich läuft nicht immer alles gut, aber wenn du auf den Kunden dann eingehst, und da kommen wir zum Thema Customer Experience, wir haben das zum Beispiel bei unserem Excellence Club von BMW.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:31:55:16 – 00:32:15:20] Wenn die dir auf einem Event sagen oh, da lief was nicht gut und was wir tatsächlich im Führungskreis auch alle machen, dass wir das extrem ernst nehmen, oh, am nächsten Tag uns persönlich drum kümmern und damit gewinnst du die Kunden so sehr, dann kann was schiefgelaufen sein. Aber du kannst diesen negativen Moment vielleicht auch, dass mal eine Technik ausgefallen ist oder das eine Rückrufaktion…

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:32:15:20 – 00:32:34:09] Auch das kann passieren und passiert. Das kannst du in ein positives Erlebnis umwandeln, indem du dich kümmerst, indem du sagst, okay, du kriegst jetzt ein Ersatzwagen, der passt oder man kommt zu dir nach Hause, weil wir wissen, es ist nicht schön für dich und wir versuchen aber alles, um es gut zu machen. Und du schenkst noch ein Blumenstrauß oder wir laden ihn zu einem Event von uns ein.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:32:34:11 – 00:32:54:18] Und ich habe da Kunden, die sind mit mir persönlich im Kontakt und schreiben mir ständig E-Mails. Das musst du auch bewältigen können. Aber ich mach das total gerne, weil ich Menschen mag, an sich und ich ja für Kunden auch von meiner Historie immer da einen persönlichen Bezug habe. Und das ist so, so wichtig und das macht sozusagen auch in der Marke wieder zum Markenerlebnis. Ich glaube, diese Experience gepaart mit einem richtigen emotionalen Markenversprechen und das Produkt, das es dann einlöst, das ist sozusagen der Dreiklang, der ist ganz, ganz stark.

Kai Vorhölter:

[00:33:04:17 – 00:33:26:11] Ich muss da ja noch mal sagen, ich glaube den, der ist ja unter deiner Mitverantwortung auch entstanden. Der Spot, der jetzt kurz vor Weihnachten kam, also ich muss sagen, meine Jungs sind ja jetzt mit sieben, zehn und zwölf jetzt noch, also da steht jetzt noch nicht an, aber es ist ein Spot, der mich unglaublich gerührt hat, auch als Vater und so natürlich auch.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:33:27:20 – 00:34:07:08] Das freut mich. Ja, und es ist unsere Zielgruppe und ich war da mitbeteiligt, aber auch sehr stark für das zentrale Marketing, weil er auch international gespielt wurde. Und ich fand auch die Idee, das hat so das Thema Freude auch für mich verkörpert und die Ideen und die Erinnerungen. Und wenn du schaffst als Marke, dass Menschen 20, 30 Jahre später Erinnerungen an dich haben – sage ich oft bei meinen Events. Wenn ich das geschafft hab, dann habe ich mein Ziel erreicht, dass das wir, wenn ihr mal 90 seid, dass wir eine Experience, eine Erinnerung sind mit unseren Fahrzeugen, mit unserer Marke, die im Kopf behaltet, weil das ist das, was das Leben ausmacht am Schluss.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:34:07:08 – 00:34:35:07] Und ich sage immer, natürlich kann man die teuerste Uhr, den teuersten Champagner, das teuerste Auto, aber es ist nicht das reine Produkt. Das ist die Kombination mit dem Erlebnis, das zusammen ein holistisches Ganzes gibt und das durch eine starke Emotion. Und die wird erzeugt durch Kreativität, also nur durch Kreativität. Um zu deinem Punkt zu kommen, kannst du Menschen berühren, damit sie loyal bleiben, damit sie angesprochen, also damit irgendwie eine emotionale Verbindung entsteht.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:34:35:09 – 00:34:50:21] Und auf der anderen Seite brauchst du aber auch die Daten, um noch stärker personalisieren zu können, um alles über den Kunden zu wissen, um ihn direkt ansprechen zu können. Und da ist dieses Zusammenspiel, was viel wichtiger geworden ist, und in Zukunft glaube ich noch viel wichtiger wird.

Kai Vorhölter:

[00:34:50:23 – 00:35:13:09] Du hast ja gesagt, du hast eine gute Ausbildung genossen. Was das Thema Daten interpretieren betrifft, hast du da so, sagen wir für anderes CMOs auch, sagen wir mal Rezepte, die besonders gut funktionieren, weil kennt ja jeder den Ausspruch von Churchill, der glaube ich damals mal gesagt hat, traue nur der Statistik die du selber gefälscht hast. Und das ist glaube ich schon ja nach wie vor glaube ich auch eine Gefahr. Man hat zu viel Daten und denkt, damit ist die Welt erklärt und gleichzeitig sind die ich sag mal Grenzen von das doch eine Dimension einfach falsch genommen falsch bewertet worden ist, das vielleicht doch das Sample überhaupt nicht passend ist und ich da völlig auf dem Holzweg laufe. Die ist ja nach wie vor schon sehr groß.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:35:35:09 – 00:35:58:21] Absolut. Ich hatte damals, als wir das Thema auch Marken, Markenportfoliostrategie, Messung aufgesetzt haben, neu, also ein Teil neu, ein Teil sozusagen transformiert, ging es mir auch genau darum und wir haben versucht, alle Touchpoints der Marke zu analysieren. Haben wir auch geclustert und mein Bestreben war immer, dass ich 100 % abbilden können muss. Was nicht geht, ist nicht möglich und das war für mich so ein großes Learning.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:35:58:21 – 00:36:24:04] Aber es geht sehr, sehr viel. Und in dieser Studie, was ich von erzählt habe, um Trends ja vorhersagen zu können oder dass du siehst, wo geht’s hin in die Richtung ist auch von 100 % ganz weit entfernt, weil das Glaskugel lesen. Aber du siehst verschiedene Strömungen und das dir anzuschauen… ich habe mir damals überlegt, da haben immer viele gesagt, der Kunde weiß nicht, was ein Trend ist, und er kann auch nicht vorhersehen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:36:24:05 – 00:36:44:07] Das stimmt auch. Der Kunde kann aber sagen, was gefällt mir? Das sagt er ganz klar. Und das Gefallen ist meist zehn Jahre später, wenn das hässlich findet, immer noch nicht schön. Wir haben das über Jahre wirklich analysiert aus allen Studien. Und du weißt aber zum Beispiel Experten, die daran arbeiten, wo geht Bauen der Zukunft hin? Städteplanung, die sind ganz tief in ihrem Thema drin.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:36:44:09 – 00:37:08:17] Und dann habe ich mich irgendwann mal hingesetzt und gesagt okay, was sind die Vorteile der einen Methode oder Zielgruppe und die Nachteile und der anderen? Und wie kriege ich die Nachteile so reduziert wie möglich durch die Vorteile der Zielgruppe, die was weiß und das hat extrem gut funktionieren. Damals wirklich fünf Jahresprognose die zu 100 % eingetreten und auf die, sage ich mal, 2030-Prognose, auf die steuern wir schon ähnlich zu.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:37:08:19 – 00:37:28:20] Oder auch das Thema Bedürfnisse versus Technologie. Was wird als innovativ gesehen? Du kannst den Kunden fragen, was ist innovativ? Und dann sagt er… es ist es so ein Begriff. Jeder redet über Innovation. Aber was ist eigentlich eine Innovation? Und damit habe ich mich mal beschäftigt und das war auch ein Thema für den Kunden ist es, etwas besser zu machen oder Zeit zu ersparen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:37:28:20 – 00:37:55:12] Das sind die zwei obersten Punkte. Oder sicherer. Wenn es sein Leben absichert, dann ist es hoch innovativ. Und dann haben wir gefragt,  was sind denn die Innovationen der Vergangenheit aus allen Branchen und es war immer Themen, die darauf eingezahlt haben und in Zukunft auch. Und so kannst du sozusagen Abgleich machen das nicht immer eine 100 % statistisch gesehen. Aber du kannst, daran glaube ich, weil ich das auch sozusagen sehr stark gelebt habe und auch analysiert habe, viele Abgleiche machen und die gehen in die Richtung.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:37:55:12 – 00:38:14:05] Wenn du die Zielgruppe klar abbildest, ist die Quoten ziehst sauber, kannst du mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass das funktionieren wird. Du weißt aber auch nicht, was der Markt am Schluss, also zum Beispiel du hast ein Auto drei Jahre vor hat es so untersucht, evaluierst. Du hast aber nicht, welche Autos in den drei Jahren dann auf dem auf dem Markt noch… Du kannst nur die aktuellen hinstellen. Das ist natürlich ein Unsicherheitsfaktor oder Corona oder wenn irgendwas passiert. Aber du näherst dich an und es sichert dich wirklich ab und damals habe ich, als ich diesen Marktforschungsbereich frühe Phase aufgebaut habe, war mein Ziel kein Flop zu landen. Und es hat funktioniert. Alle, die den Prozess durchgegangen waren, kein Flop. Du konntest nicht sagen, dass sie der super Trend sind, weil das kann der Kunde nicht sagen. Aber du kannst es absichern, dass es nicht so ist, dass das ein Flop wird und das geht durch Daten.

Kai Vorhölter:

[00:38:44:15 – 00:39:09:06] Ja. Jennifer, ich habe noch eine Frage zum Thema, du hast das eben mal so angeführt, dass gerade in der Krise, sage ich mal, man sehr viel gewinnen kann, also auch uns überzeugen aus Projekten. Das sind ja die MoTs? Die Moments of Thruth, wo sagen wir mal die die Emotionsamplitude, die den positiven negativen und gerade auch in der negativen kann ich trotzdem dann wieder eine sehr positive schaffen.

Kai Vorhölter:

[00:39:09:08 – 00:39:39:00] Das bedeutet die aber auch, dass sich Marketing ein stückweit ändert. Also Marketingkommunikation, dass ich ja auch durchaus transaktioneller denken muss oder mich mehr mit Servicekommunikation und Prozesse auseinandersetzen. Ist ja nicht nur die, die eine tolle Kampagne, die Anzeige oder so was, sondern im Zweifel, dass das Sorry oder das Entschuldigung, was schnell genug und rechtzeitig rausgeht zu dem Servicefall oder ja, eine Kleinigkeit, die man dann auch anbietet als Kompensation. Wie geht ihr da um? Also intern mit euren Teams? Zeichnet ihr da Journey Maps?

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:39:45:18 – 00:40:07:23] Im Prinzip geht es um verschiedene Use Cases, also dass du schaust, was kann denn passieren und wie können wir dem begegnen, um auch die Mannschaft da mitzunehmen in diese Denkweise? Alles ist anders als es früher war. Früher war das ganz einfach. Das Auto und das hast du kommuniziert. Und dazwischen, in der Phase war es so, man hat so best guess und man hat mal kurz reagiert.

Kai Vorhölter:

[00:40:08:00 – 00:40:13:04] Vielleicht noch beim Leasingnehmer hat man noch gewartet, zweieinhalb Jahre und jetzt muss man wieder in die Folge verkaufen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:40:13:06 – 00:40:32:06] Und jetzt versuchst du das immer strategischer zu machen. Also ich sage nicht, dass das alles schon perfekt ist bei uns wirklich nicht. Und ich glaube, das ist auch lebenslanges Lernen. Da bin ich ein Freund davon. Auch in dem Bereich, sei es mit den Teams zu sagen, was könnte da passieren, sie auch mal ins Autohaus zu schicken, da bin ich auch ein Freund davon, wirklich selbst das zu erleben.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:40:32:06 – 00:40:54:22] Ich habe in meiner Marktforschungszeit, da habe ich Mystery-Shopping immer gemacht. Na geguckt, wie geht der Verkäufer mit mir um und beachtet der mich überhaupt oder nicht? Und ruft er mich auch zurück oder was bietet er mir an? Wie ist es an verschiedenen Touchpoints? Wie erlebe ich das? Und dann kannst du mit deinem Team schauen an diesen Touchpoints, was du erlebt hast, wie könnten wir sozusagen da besser werden?

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:40:54:22 – 00:41:18:11] Was kann gut funktionieren, was funktioniert nicht gut und wie können wir da rein? Wir messen das. Also haben viele Studien tatsächlich, wo wir schauen, wenn dem Kunden eine Probefahrt angeboten wird eben das Laden erklärt bei einem Elektrofahrzeug, wo wir wissen, das sind ja Themen, die sind kritische Themen, kaufsentscheidend und wo man Unsicherheiten hat. Und wenn das dann nicht erklärt wird, dann hat es einen Einfluss auch auf den Kauf am Schluss.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:41:18:13 – 00:41:38:00] Und hier sehen wir durch unabhängige Marktforschung, ob das gemacht wurde. Wenn der Kunde aus dem Autohaus kommt, wurde er befragt. Und wie können wir dem begegnen? Wie können wir oder wir sprechen mit den Verkäufern, mit den Händlern und sagen, hier, so sind die Daten, wie könnt ihr besser werden? Weil wir wollen ja auch, dass Autos verkauft werden. Und es ist ein Zusammenspiel.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:41:38:00 – 00:42:12:21] Aber das ist auch stark diese Kundenorientierung, die überall jetzt viel stärker gelebt wird als vor 20 Jahren und dass es darum geht, den Kunden auch zu halten. Thema Loyalität war auch früher noch ein stärkeres, auch umso wichtiger. Und früher waren die Marken auch differenzierter. Früher waren auch die Premiummarken von ihrem ganzen Markenversprechen, auch von der Formensprache viel unterschiedlicher. Und umso wichtiger ist es, je besser du bist am Kunden für den Kunden und auch in so Momenten, die nicht ideal sind, bestmöglich einzugehen, umso mehr wird der Kunde bei dir bleiben.

Kai Vorhölter:

[00:42:12:23 – 00:42:33:12] Du hast gerade eben gesagt, gerade in dieser Erfahrung, die der Kunde haben soll, eine gute idealerweise, sollte auch die Marke zum Ausdruck bringen. Und dann hast du ja so ein bisschen mal in die Zukunft auch geschaut und gesagt, hey, ich fahre da lang und dann weiß das idealerweise, wo man Lieblingsrestaurants und checkt auch noch, ob das seinen Platz hat. Das sind natürlich jetzt aber auch Fähigkeiten, wo ich, sage ich mal, da muss man natürlich sicher als Hersteller erst mal schauen, bin ich da überhaupt der, der prädestiniert…

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:42:42:06 – 00:42:43:04] Absolut. Also kann meine Trendvision sein.

Kai Vorhölter:

[00:42:45:15 – 00:43:12:19] Und dennoch frage ich mich, wo schaffe ich es dann? Also das muss ich erst mal meistern, was ich auch gut mit den anderen Öko-Playern im System zusammenarbeite. Dabei nicht unter die Räder gerate, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber mich würde viel mehr interessieren wie kriege ich es dann wieder hin, dass dann BMW spürbar ist und nicht, dass es, sage ich mal, X Y Z sein könnte, die alle ja das Ziel haben, na ja, das dieses Restaurant buchbar ist, um jetzt mal bei diesem Beispiel zu bleiben.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:43:16:20 – 00:43:52:08] Ich glaube, dass das unterschiedlich geprägt, also zum Beispiel sagt immer, Freude muss ja auch dann an jedem Touchpoint spürbar sein in einer Art und Weise. Und beim Autofahren glaube ich, hast du das zu 100 % bei uns. Ich glaube auch das Thema Elektromobilität, wo viele Angst hatten, wie passt Elektro und Freude eigentlich zusammen? Befeuert das sogar noch, weil wenn du an der Ampel stehst, aufs Gas drückst, bei einem Elektroauto, dann lässt du jeden Porsche, jeden AMG Modell stehen, weil das einfach so vom Start weg beschleunigt wie kein anderes.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:43:52:08 – 00:44:12:12] Also das hat absolut dieses Thema Freude. Aber genauso musst du in einer Kommunikation Freude erleben. Also sei es in unseren TV Spots. Du hast gerade von Father and Son von dem Spot erzählt und da in dir wahrscheinlich auch noch viel stärker in die Richtung wieder gehen zukünftig, weil das ein starkes Asset ist und Emotionen so stark auch sind.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:44:12:12 – 00:44:34:24] Und wir haben sie, wir müssen sie vielleicht noch mehr spielen. Aber auch das Erlebnis an verschiedenen Touchpoints, also auch eine Freude vielleicht zu machen im Handel, wenn du da bist, wie kann die Freude aussehen? Ist es, wir haben ein Wimmelbuch erstellt, zum Beispiel für Kinder. Ist es das das Kind im Autohaus, das kleine Kind wartet vielleicht, während der Papa und die Mama sich die Autos anschauen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:44:34:24 – 00:44:56:18] Ist jetzt auch vielleicht nicht so spannend, das Wimmelbuch zum Anschauen und entdeckt verschiedene Themen aus dem Autohaus aus unserer BMW-Welt, sagt, ach, da sieht es…  also auch wieder Freude, oder? Wir sind auf einem Event oder auf der IAA und du erlebst Freude, weil es ein toller Tag ist. Du bist auf der Dachterrasse, wir spielen Musik ist eine coole Band, ist eine gute Stimmung.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:44:56:20 – 00:45:27:14] Und so versuchen wir in der Kommunikation, im Handel, überall auch dieses Thema Marke, Emotion, Freude spüren und erleben zu können. Und auch da Mitarbeiter, sage ich mal, also idealerweise sollte das überall durchdringen und es ist so ein starker Wert, der das eigentlich auch gut kann. Da müssen wir uns auch immer dran erinnern. Du musst das auch bewusst spielen und immer wieder in einem täglichen Doing, in dem wir alle sind, wenn wir viel arbeiten, aber darauf uns zu beziehen, also ist auch ein schöner Wert.

Kai Vorhölter:

[00:45:27:16 – 00:45:30:07] Absolut ein ganz toller Leitstern. 

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:45:30:09 – 00:45:50:24] Das sehe ich als die totale Chance von uns auch in Zukunft noch stärker. Und auch, warum ich so lange in der Company bin, um da die Brücke zu schlagen. Weil ich habe für alle Marken arbeiten dürfen in den letzten 21 Jahren. Und das eint unseren Konzern und differenziert uns von allen anderen, dass wir die Einzige sind, die nur emotionale Marken haben.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:45:51:01 – 00:46:11:13] Und das ist das Schöne. Ich habe für Mini unheimlich gerne gearbeitet. Ich finde es eine ganz tolle Love Brand, auch die, die ganz eigenen Charakter hat. Rolls Royce ist wieder ganz anders, aber auch eine ganz tolle Marke und Motorrad habe ich auch wirklich lieben gelernt, als ich für die Marke verantwortlich war im Kommunikationsbereich, weil es eine ganz tolle Zielgruppe und Community dahinter und das ist toll, muss ich sagen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:46:11:13 – 00:46:33:12] Und das waren immer die Emotionen, die mich so begeistert haben und ich auch die Kunden dann erlebt habe mit den verschiedenen Marken und Produkten, mit dieser Begeisterung. Und du erlebst es auch, wenn du bei uns ans Band gehst, auch zu den Mitarbeitern am Band, welchen Stolz sie haben und Begeisterung für diese Marken zu arbeiten. Und das toll, das muss ich echt sagen. Und das hält einen dann auch lange und es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Kai Vorhölter:

[00:46:38:07 – 00:47:00:05] Man sieht es an deinen strahlenden Augen. Das das auch noch anhält. Cool. Zum Abschluss und du hast ja schon einiges gesprochen, aber vielleicht können wir trotzdem noch mal so ein bisschen den Blick nach vorne werfen, wie sich jetzt das Thema Mobilität wandelt. Ich meine, man muss ja echt sagen, damals mit dem i3 wart ihr ja der Branche so weit voraus.

Kai Vorhölter:

[00:47:00:07 – 00:47:24:18] Leider dann irgendwie das Projekt eine Weile beiseite gelegt. Aber gut, das kann man jetzt nicht mehr nicht mehr zurückdrehen und wie du es ja sagst, damals ja auch schon sehr viel mit Zukunftsthemen beschäftigt. Ja, man war der Zeit sehr weit voraus zu sagen, ein Auto will vielleicht geteilt werden, hast du gesagt. Jetzt gab es da wieder eine Rückbewegung.

Kai Vorhölter:

[00:47:24:18 – 00:47:46:22] Ich glaube, andererseits gewöhnen sich die Menschen ja schon immer mehr diese shared, jegliche Form von shared Dienste, ob jetzt AirBnB oder der Roller oder so was. Ich glaube tatsächlich. Also für mich ist es auch mittlerweile was sehr Normales in meinem Alltag. Magst du noch ein bisschen da vielleicht einen Blick in die Glaskugel geben? Was tut sich noch?

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:47:47:02 – 00:47:58:20] Sehr gerne. Das Thema Shared ist absolut ein Thema. Das wird auch weiterhin Bestand haben und es kommt auf den Use Case an, also in der Innenstadt musst du nicht ein Auto besitzen.

Kai Vorhölter:

[00:47:58:22 – 00:48:00:10] Das begegnet sogar Stress. Wenn du im Stuttgarter Westen nach einem Parkplatz finden will…

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:48:02:22 – 00:48:19:12] Genau, gibt es quasi nicht. Und da das Thema shared noch auf eine ganz anderen Level zu heben. Vielleicht gibt es, ich sage mal ein paar Jahre gar nicht mehr alle, die in die Stadt fahren, sondern wenn auch ein paar ausgewählt und wir haben wieder weniger Stau und weniger Traffic, vielleicht aber auch teurer wird. Also könnte eine Prognose sein.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:48:19:14 – 00:48:42:06] Und dann hast du nur Sharingmodell im Inner Circle der Stadt versus, wenn du aber vielleicht mal durch Amerika fährst, ist es mit Shared ziemlich schwierig, weil da ist einfach Land und weites Land auf weiten Strecken und es gibt verschiedene Cases sozusagen oder weite Strecken. Auch mit Autobahn wirst du das seltener shared machen, sondern da ist auch ein eigenes Auto zu besitzen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:48:42:08 – 00:49:05:04] Aber ich glaube, die verschiedenen Mobilitätskonzepte, Zweirad, Vierrad, auch Flugzeug nimmt man auch immer wieder, wenn man weiter fliegt. Also da gibt es einfach so ein Mix aus verschiedenen Konzepten, die ihre Berechtigung haben und die ein gutes Zusammenspiel haben sollten, ehrlich gesagt, sei es der Chauffeur Service, vielleicht zum Flughafen, vielleicht direkt auch zum Flugzeug, um wieder auf den Kunden einzugehen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:49:05:10 – 00:49:25:23] Wer keine Lust hat, sich in die Schlange zu stellen, der nicht warten möchte und der im Auto vielleicht noch arbeiten kann, die Zeit sinnvoll nutzen kann. Oder es ist autonom irgendwann, dann kann er sie auch nutzen. Aber auf den Wegen sozusagen, wenn die ineinandergreifen, ideal, hat jeder seine Berechtigung und fällt jeder seinen Platz bestmöglich für den Kunden. 

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:49:25:23 – 00:49:46:04] Und du hast es gesagt, ich war ja in der i3 Story sehr stark mit involviert, aber vor allem als von der Marktforschungsseite. Es war eine super Zeit, weil man sich auch nicht sicher war. Der sah sehr anders aus, sage ich mal, was aber dazu geführt hat, dass jeder mitbekommen haben, dass wir das Thema besetzen. Hättest du in Dreier genommen, ein Elektromotor eingebaut, hätte gar keiner mitgekriegt, sozusagen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:49:46:04 – 00:50:03:19] Und er ist wirklich eine Ikone geworden. Das sieht man heute auch, oder der i8 kam ja dann fast zeitgleich mit den Flügeltoren und wir machen i8 Club, die total begeistert sind von diesem Fahrzeug, weil es immer noch futuristisch ausschaut. Dann haben wir eine Zeit lang nichts gebracht, was aber auch daran lag, dass der Markt noch nicht so weit war.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:50:03:19 – 00:50:35:18] Und selbst die Infrastruktur heute, wie du weißt, ist ja immer noch nicht so ausgebaut, dass sage ich mal, ähnlich dem Tankstellennetz ist. Und dahingehend haben wir dann sozusagen etwas mit Zeitverzug 2018 damals, angefangen, den iX damals das erste vollelektrische Fahrzeug mit einem ganz eigenen Design, den es auch nur als Elektrofahrzeug gibt. Auch auf der IAA vorgestellt. Und danach, und das die Geschichte finde ich so schön, weil wir haben sie noch gar nicht so draußen erzählt, aber sie passt so zusammen, du hast voll elektrisch gab.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:50:35:22 – 00:51:02:00] Danach haben wir das Thema Zirkularität auch als Vision Circular gespielt, auch auf der IAA. Dann kam die Vision D, die unser digitales Fahrzeug, wo wir auch Virtual Reality, Agumented Reality, die Verbindung der Welten Metaverse-Einbindung. Wie kann das zukünftig ausschauen? Und jetzt kommt ab 25 die neue Klasse und die drei Concept Cars, von denen ich erzählt habe, die fließen alle zusammen rein.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:51:02:00 – 00:51:30:08] Diesen Part of neue Klasse und das das Schöne, die wird voll elektrisch sein, zirkulär sein und aber auch absolut digital. Und das ist die Zukunft, wo es hingeht, wo wir vorhin schon einzelne Themen angesprochen haben, Digitalflächen vernetzt zu sein, dass die weiß, die App sozusagen maximal zu nutzen. Hier werden wir immer besser werden. Ziel ist es, immer mehr Features, die dem Kunden helfen, aus seiner Journey und ihn begleiten und ja, ihm bestmöglich unterstützen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:51:30:10 – 00:51:51:10] Und das ist so ein bisschen die Zukunft. Parallel autonomes Fahren. Haben wir jetzt, in dem aktuell neun Fünfer, was mich wirklich begeistert hat. Ich bin vor vielen Jahren schon mal autonomes Fahren bei uns auf Teststrecken gefahren. Es war auch schon ungewohnt, da vor so einem Strohballen dann alleine bremst, der voll drauf fährt. Aber man gewöhnt sich ganz schnell dran.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:51:51:12 – 00:52:17:02] Und wie gesagt, der neue Fünfer fährt bis 130 km/h auf der Autobahn. Die komplette Strecke ohne Hände, ohne Gas zu geben. Autonom und mit wirklich Blickkontakt überholt er und schert auch wieder ein. Und parallel zu Geschwindigkeitsbegrenzung oder Stau oder deinem Vorgänger, beschleunigt er und bremst auch wieder ab. Und mich hat das total begeistert. Ich habe mich dann selbst gefilmt und meine Assistentin angerufen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:52:17:02 – 00:52:40:14] War wirklich begeistert, weil ich vom Flughafen bis in die Stadt die ganze Strecke sozusagen eigentlich komplett ohne Hände und Füße gefahren bin. Und das war ein ganz neues Erlebnis. Man dachte jetzt weiß ich, wie autonomes Fahren irgendwann ist und es ist schon Freude, weil der beschleunigt immer noch genauso. Und es macht Spaß. Aber du kannst dann irgendwann auch die Augen wirklich von der Scheibe nehmen, darfst du nämlich noch nicht.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:52:40:14 – 00:53:00:24] Du musst schon aus Sicherheitsgründen einen Blick auf der Straße lassen, aber dann kannst du die Zeit wirklich auch für dich mal nutzen. Oder wenn du müde bist und kannst arbeiten oder kannst schlafen. Und die Kombination, wann will ich fahren? Weil möchte ich selbst aufs Gas drücken, wann möchte ich gefahren werden? Und das ist die Zukunft, wo auch die Reise hingeht, also vor allem Autobahn, in der Stadt wird es noch komplexer mit vielen Autos, die es noch nicht können. Verkehrssystem, rechtliche Themen, aber das sind alles so mehr so Elemente, wo wir auch in die Zukunft reingehen.

Kai Vorhölter:

[00:53:13:12 – 00:53:50:06] Und ich glaube, ergänzend, du hast es eben schon mal genannt, wie wichtig die App zunehmend als zentraler Touchpoint wird, der auch Markennutzen oder Produktnutzen und Markenversprechen auch einlöst oder herbeiführt. Und ich glaube da, das, was war ganz am Anfang im Gespräch hatten so das Thema Kooperationen ja auch noch mal sehr sehr wichtig werden, also sozusagen, wie welche Art von Co-Services integriere ich vielleicht in meine App, die mir mehr auch abnimmt, die auch passen zu meinem Produkt, sodass es seamless wird und dass ich genau nicht zehn Apps oder 20 öffnen muss, sondern ich mache als alles aus der einen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:53:52:19 – 00:54:13:17] Alles aus einer Hand auch quasi für den Kunden ein Zugang und sagen wir, wie zum Beispiel das Thema Spotify. Du hast bei Spotify zumindest alle Musik und der Trend geht ja auch dahin gehen, dass du nicht nur Musik vielleicht hast, auch Filme usw., aber auch mit einem Zugang und musst nicht 100 mal anmelden, sondern passend, was der Kunde nutzt, welche Mediennutzung er hat, wird das auch in dem Bereich ein Trend sein. Und wie du sagst, die App ist im Prinzip das Gate zu unseren Kunden und das Ecosystem und da soll er alles, was er auch von uns als Automobilhersteller erwartet, was auch glaubhaft ist, was passt sozusagen zu seiner Nutzung rund um das Thema, ob er irgendwo fährt, zu einem Restaurant beispielsweise, zu einer Reise zum Flughafen…

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:54:35:14 – 00:55:02:04] Also das sind alles Themen, die passen darum, parken, automatisch bezahlen, verschiedener Systeme und das maximal zu nutzen. Was wir auch haben, wir haben jetzt seit dem letzten Jahr eine Elektro- oder BEV-Community und für die BEV-Fahrer, ist auch super spannend, weil die sprechen dann untereinander. Es sind ganz stolz auf ihr Auto, posten Bilder oder erzählen beispielsweise auch, ja die Ladestation, das klappt super gut und hier kann man gut noch essen oder hier gibt es sozusagen das Café. Und er kann sicher auch die Laderoute vorher daheim konfigurieren. Und es geht auch dahin, dass sagt, er möchte zu einem Italiener. Was ist da die beste Strecke oder möchte noch einkaufen gehen. Also dass das sozusagen immer mehr zu seinen Bedürfnissen passt und das werden wir weiter ausbauen.

Kai Vorhölter:

[00:55:23:02 – 00:55:24:09] Es bleibt also spannend.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:55:24:11 – 00:55:53:07] Absolut. Und ja, und das ist auch in der Automobilindustrie auch da, warum ich so lange dabei bin und auch da den Blick zurück zu diesem Excellence Club oder Circle. Wenn ich andere Branchen sehe und mich mit anderen CMOs unterhalte, denke ich immer Wahnsinn, wie einfach manche Branchen sind, weil die Automobilindustrie, wenn du fünf Jahre und mehr Entwicklungszeit hast und Trends vorhersagen musst und verschiedene Regularien, Rechtesituation, machen Städte dicht, wer lässt Verbrenner noch rein? Das ist so komplex, das habe ich in der Strategie damals erlebt, dass so manchmal raucht dir der Kopf, wenn du rauskommst, wenn du versuchst, diese ganzen Themen zusammen in Szenarien zu packen. Aber es macht es auch hoch spannend. Also ich finde, es ist gerade die spannendste Zeit in der Automobilindustrie mit einem neuen Antrieb, wo wir so viele Jahre Zylindermotoren hatten.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:56:15:10 – 00:56:43:09] Dann hast du das Agentursystem Vertriebsmodell, was komplett Neues, gab es noch nie. Das ist eine Transformation, die so groß war wie noch nie da gewesen. Und dann musst du aber schauen, wo geht auch Mobilität hin, mit autonomem Fahren. Macht es wahnsinnig komplex, aber auch super super spannend und es wird nicht langweilig im Vergleich, sage ich mal, bei einem anderen Produkt, das du vielleicht in zwei Monaten einfach komplett ändern konntest und eine andere Farbe ein anderes Material erstellen konntest.

Kai Vorhölter:

[00:56:43:11 – 00:57:08:04] Jennifer, wir haben eine tolle Reise genommen durch das Thema Customer Experience. Wir haben viel über die Marke BMW gesprochen, mit dem Markenkern Freude und ich kann dir nur, darf ich dir zurückspielen, man spürt das, du bist da wirklich eine ideale Markenbotschafterin und in dem Sinne freue ich mich ganz toll, dass wir das Gespräch führen durften.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod:

[00:57:08:06 – 00:57:24:16] Ich danke dir. Ich fand es auch ein ganz tolles Gespräch und schön, dass es rüberkommt, weil tatsächlich bin ich begeistert, glaube ich nach wie vor, nach all den Jahren von den Produkten und von den Marken, die wir haben und von auch jetzt der Marke, die ich betreuen und leiten darf. In der Kommunikation, in Deutschland.

Kai Vorhölter:

[00:57:24:18 – 00:57:26:04] Sehr schön. Vielen Dank.

Alexandra Gerstung

„Die Welt soll Ihre Marke sehen? Melden Sie sich bei uns.“

Zitat-Sprechblasen-Icon
Alexandra Gerstung
Business Development Manager