Cookie-Banner: Gibt es keine bessere Lösung?

Cookie-Banner sind nicht nur ein Klotz am Bein für Website-Betreiber. Auch den Nutzern sind sie im Weg – ganz wortwörtlich. Unter anderem will die „Einwilligungsverwaltungs-Verordnung“ eine bessere Lösung schaffen. Ob das gelingen kann, ist allerdings vollkommen offen.
Störende Cookie Banner

Cookie-Banner gehen den Internetnutzern so sehr auf den Geist, dass manche sie per Browser-Erweiterung komplett ausblenden. Für Website-Betreiber wiederum sind sie sowieso problematisch: Nicht nur, weil sich manche Nutzer gegen jede Art von Tracking entscheiden, sondern auch weil sie ganz wortwörtlich im Weg sind. Eine gute Customer Experience sieht anders aus. Nicht zuletzt sind diese Hinweisfenster ein weiterer Grund, warum man mit seiner Internetseite in rechtliche Schwierigkeiten kommen kann. Als ob es dafür nicht schon genug Anlässe gäbe …

In den Browser integrierte Alternativen

Da fragt man sich, ob es keine bessere Lösung gibt. Ein Ansatz dafür war eine generelle „Do not track“-Option im Browser. Ist sie in den Einstellungen aktiviert, sollen besuchte Websites jede Art von Analyse und Datensammlung unterlassen. Sie hat sich allerdings nie durchgesetzt und ist auch viel zu simpel gestrickt. 
Manche Websites finanzieren sich schließlich überwiegend durch Onlinewerbung und benötigen Einblicke in ihre Leserschaft, um diese Einnahmequelle optimal zu nutzen. Nur so können sie ihre Inhalte gratis zur Verfügung stellen. Oder Unternehmen und Dienste bieten hilfreiche und sinnvolle Funktionen an, die eben nur möglich sind, weil die Interessen und das Verhalten der Besucher und Kunden bekannt sind.
Eine andere Alternative zu Cookie-Bannern kommt aus den Reihen des Datenschutz-Aktivisten Max Schrems. Sein Advanced Data Protection Control sieht ebenfalls den Browser als zentrale Stelle. So wie Websites heute beispielsweise Zugriff auf die Webcam erfragen können, ließen sich hierüber andere Anfragen wie etwa zur Datenspeicherung umsetzen. Websites müssten sich dann wenigstens nicht mehr um die Ausgestaltung der Cookie-Banner kümmern. Die Initiative scheint bisher aber nur wenige Anhänger gefunden zu haben.

Personal Information Management Systems (PIMS)

Ein weiterer Ansatz wird schließlich vom deutschen Gesetzgeber entwickelt: Nutzer sollen künftig bei vertrauenswürdigen Drittanbietern zentral festlegen, welche Arten von Tracking sie erlauben und welche nicht. Diese Personal Information Management Systems (PIMS) sind also im Prinzip zentrale Consent-Management-Dienste mit offiziellem Segen der Behörden. Websites müssten dann dort für jeden Besucher die hinterlegten Einstellungen abfragen und entsprechend reagieren. Ein Cookie-Banner würde in dem Moment nicht mehr ausgespielt.
Das hört auf den Namen „Einwilligungsverwaltungs-Verordnung“. Ein erster
Entwurf dafür liegt inzwischen vor. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht absehbar, inwiefern sich diese Idee sinnvoll technisch umsetzen lässt und ob sie dann auch von den Nutzern akzeptiert wird. So müssen die PIMS am Ende die komplexe Welt des Trackings so vereinfacht darstellen, dass der durchschnittliche Internetnutzer eine informierte Entscheidung treffen kann. Das wiederum kann aber allerlei Nebenwirkungen haben. Es steht etwa zu befürchten, dass sich Nutzer pauschal gegen Tracking-Maßnahmen entscheiden, auch wenn sie bei bestimmten Anbietern damit eigentlich einverstanden wären. Nach dem kommenden Ende der Third-Party Cookies droht hier womöglich der nächste Einschnitt für  Unternehmen und die werbetreibende Industrie.

Schlusswort

Letztlich zeigt sich: So störend und sperrig die Cookie-Banner erscheinen, aktuell sind sie noch die am wenigsten schlechte Lösung. Am besten funktionieren sie, wenn die Nutzer den Betreibern einer Website vertrauen und zugleich verstehen, welche Daten zu welchem Zweck erhoben werden.
Genau hier liegt die Verantwortung der Anbieter: Sie sollten nicht etwa mit Tricks versuchen, ihre Nutzer zur Zustimmung zu bewegen. Dazu gehört es etwa, den „Ablehnen“-Button klein und unscheinbar zu gestalten oder ihn gar auf einer separaten Unterseite des Banners zu verstecken. Solche Manipulationen werden auch zunehmend abgemahnt. Vielmehr sollten sie auf Vertrauenswürdigkeit und Transparenz setzen. Dann
fühlen sich die Nutzer gut aufgehoben. Und das macht sich auch an anderer
Stelle bezahlt, wenn es beispielsweise um die Kaufentscheidung geht.

Über Kai Vorhölter:

Kai Vorhölter ist Gründer und Geschäftsführer der port-neo Group. In seiner Arbeit strebt er immer danach, die Customer Experience der eigenen Kundinnen und Kunden ganzheitlich zu optimieren. Dabei bringt er stets eine globale Perspektive an den Tisch, die er sich in mehreren mehrjährigen Auslandsaufenthalten erworben hat.